WRF/YZF 400 – 426 – 450

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Wir schreiben das vergangene Jahrtausend – irgendwann Ende der 90er Jahre ….
Damals gab es natürlich schon Gelände-Viertakter – wirklich wettbewerbsfähig waren diese im Geländesport in den Bereichen Motocross und Enduro jedoch nicht.
Bedingt durch das hohe Gewicht waren sie, wie z.B. die XT 600, zwar für Langstreckenrennen in der Wüste gut einsetzbar.
Alle anderen Bereiche des Offroadsports aber
wurden von den wesentlich leichteren und handlicheren Zweitaktern dominiert.

Da schon Ende der 90er absehbar war, daß verschärfte Umweltbestimmungen dem Motorenprinzip des Zweitakters auf Dauer ein Ende setzen würden,
begann man im Hause YAMAHA das ehrgeizige Projekt , einen Gelände-Viertakter auf die Räder zu stellen,
der leistungs- und gewichtsmäßig eine gleichwertige Alternative zu den am Markt vorhandenen Zweitaktern darstellen sollte.
Um dieses Ziel zu realisieren, wurden als Vorgabe Rahmen und Fahrwerk des YZ 250 Zweitaktmodells herangezogen.

1997 wurde als Ergebnis die YZ 400 F vorgestellt, die damals mit innovativem Technikvorsprung im Wettbewerb punktete.

Fast so leicht, wie eine 250er, dabei aber deutlich drehmomentstärker, gutmütiger und wesentlich besser fahrbar als die zeitgenössischen Zweitakter.
Ohne zu übertreiben, kann man sagen, daß Yamaha damit die heutige Ära des Geländesports einläutete,
in der der Viertakter dort zum dominierenden Motorenkonzept aller Sparten geworden ist.

Motor der Yamaha WR 400 F

Der Motor der YZ/WR400F:
auch heute noch ein Meilenstein in der Geschichte der Sportenduros
Das Aggregat vereinigte im Viertaktbereich erstmals die Eigenschaften
hoher Zuverlässingkeit, guter Abstimmung und Dosierbarkeit
bei einer bis dato für Serienviertakter unerreichten Leistungsausbeute

Der WM Titel war eingefahren mit viel Lob und unter staunenden Augen hatte YAMAHA mit einem leichten 5-Ventil befeuerten Viertakter
das Leistungsvermögen ihrer neusten Entwicklung demonstriert.
Im Sportbereich war damit die grosse Wende eingeleitet.
Die meisten Hersteller setzten nun auf Viertakter, die bald begannen, den bis dahin unumstrittenen 2-Takt Geräten langsam das Wasser abzugraben.

WR 400 F ohne Verkleidung Die „nackte „UR“ YZ/WR 400 F

Die YAMAHA YZ 400 F mit ihren 399 ccm und sehr breitem, nutzbarem Drehzahlband hat mit ihrem Konzept diesen Stein ins Rollen gebracht
Dass es von dem Wunderteil eine zahmere Endurovariante mit Strassenzulassung geben sollte, war natürlich Wasser auf den Mühlen den Hobby-Enduristen.

1998 wurde der YZ 400 F, die im Jahr zuvor bereits vielen 2-Taktern das Heck gezeigt hatte, mit der WR 400 F die straßenzulassungsfähige Enduro-Variante zur Seite gestellt .
Diese leichte Allroundenduro, die es durch ihre gut abgestimmte Motorcharakteristik ermöglichte,
mit ihrem elastischen Drehzahlband die gesammte Crossstrecke in nur einem Gang mühelos zu bezwingen, war das ideale Sportgerät für Hobbyfahrer und Amateurenduristen.

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WR 400 F im 1998er Serientrimm

Im Gegensatz zur YZ 400 Rennvariante waren die Nockenwellen um einen Zahn gedreht, was
eine zahmere, aber endurogerechtere Fahrweise realisierte.

Das Erfolgskonzept war geboren !
Getreu dem Motto „never change a running system“ bestand zunächst nicht die Notwendigkeit, am ausgereiften Konzept viel zu ändern.

2001 wurde im Rahmen der Modellpflege lediglich der Hubraum für höhre Leistungsausbeute auf 426 Kubikzentimeter angehoben.

YZ 426 F in Serienausstattung YZ 426 F im 2001er Design

Doch die Konkurrenz schlief bekanntlich nie und verfeinerte für ihre Modelle das selbe Konzept ständig weiter.

2003 wurde darum ein stark überarbeiteter Motor mit 450 Kubik ins Rennen gebracht, um leistungsmäßig weiterhin mit an der Spitze dabei zu sein.

Das neue 450er Motorenkonzept ab Bj. 2003 der 450 ccm Motor in Röntgenansicht links im Bild: der 2003 eingeführte 450 Kubik-Motor (hier schon im Alurahmen des 2007er Modells)
je einmal in Aussen- und Rötgenansicht

Zusätzlich wurden die Enduros ab diesem Baujahr mit dem „magischen Knöpfchen“ ausgerüstet, da Elektrostarter im Endurosport mehr und mehr zum Standard wurden.

WR 450 F Modell 2003 WR 450 F Modell 2003

2007 bekamen die Enduros im Rahmen der Modellpflege einen Alurahmen mit geänderter Fahrwerksgeometrie verpasst.

Alurahmen der WR 450 F ab Baujahr 2007 Alurahmen der WR 450 F ab Baujahr 2007

Dies geschah aber vermutlich mehr aus Designgründen, da der Rahmen um stabil zu sein, nahezu genau so schwer ausgeführt sein musste, wie sein Vorgänger aus Stahl.

WR 450 F Modell 2007 WR 450 F Modell 2007

2010 steht uns mit dem Motorenkonzept der Einspritzung und des programmierbaren Motormanagements wieder eine echte Innovation ins Haus.
Da fast alle anderen Hersteller von Sportenduros zeitgemäß auf Einspritzung umschwenken,
bzw. wie Suzuki oder BMW bereits Modelle im Regal haben, war dieser Schritt abzusehen.

neue Motorengeneration 450 Kubik - Einspritzer Das neue 450 Kubik Einspritz-Aggregat im Schnitt
im Modelljahr 2010 zunächst nur bei den YZ-Modellen erhältlich
Die Endurovariante in der WR wir vermutlich 2011 folgen.
Für eine etwas größeres Bild klicke HIER

Wir dürfen neugierig sein, was der Einspritzer-Motor bringt und wie die Geschichte der YZ und WR an dieser Stelle weitergeschrieben wird ….



Anmerkung des Autors:

Bisher bietet diese Historie nur einen groben Überblick über die Modellentwicklung der WR/YZ 4xx F – Modelle.

Zu einer echten Geschichte gehört natürlich mehr ! – die Rennerfolge; der Rallye-Einsatz – um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Darum seid Ihr herzlich eingeladen, diese Geschichte weiter zu vervollständigen;
sei es durch Bildmaterial, Geschichten, Anekdoten, etc.

Einfach eine Mail an den Admin Eurer Wahl plus Ergänzungstext/Fotos/Korrekturwünschen und die Geschichte geht weiter ….

Euer „MudMonster“