Kupplungsumbau

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Dieser Umbau dient dem leichteren Betätigen der Kupplung, was vor allem den Endurofahrern zu Gute kommt, aber auch beim Moto-Cross oder beim Supermoto lernt man die leichtere Betätigung schnell zu schätzen. Die Schritte 1. und 2. richten sich vorwiegend an die Besitzer der Modelljahre 1998 / 99, der 3. Schritt kommt allen Baujahren zu Gute. Nach dem Umbau kann man sich den Kauf einer hydraulischen Kupplung getrost sparen und hat die Gewissheit, das außer einem Bowdenzug nichts kaputt gehen kann. Denn was macht man, wenn im unwegsamen Gelände nach einem Sturz die Hydraulikleitung defekt ist oder gar einer der Hydraulikzylinder beschädigt ist? Hier wird der Bowdenzug gewechselt oder ein neuer Hebel montiert und es geht weiter.

1. Schritt: Alten Kupplungsbowdenzug entfernen und neuen Bowdenzug des Modelljahres 2000 montieren. Dieser wird am besten auf der linken Fahrzeugseite hinter dem Kühler nach oben geführt und mit einer Schelle an der unteren Kühlerschraube befestigt. Wenn man eine WR400F hat, so ist auch noch eine zusätzliche Befestigung am Elektroteil in der Nähe des Steuerkopfes möglich. Zur Sicherheit sollte man noch ein Stück Benzinschlauch auf das Stück hinter dem Kühler schieben, um jegliches Durchscheuern zu vermeiden.

2. Schritt: Neuen Kupplungshebel kaufen. Dabei hat sich bestens der neue Hebel der Fa. WIRTZ bewährt (Bezeichnung „WIRTZ Easy-Pull“). Dabei sollte man aber die lange Ausführung bestellen, da diese schon kurz genug ist. Der Hebel der Fa. Wirtz hat einen entscheidenden Vorteil. Er besitzt eine 3-fache Möglichkeit, um den Bowdenzug einzuhängen. Damit kann man seine individuelle Krafteinstellung finden. Im Fahrbetrieb hat sich die mittlere Einstellung bewährt, da es bei der untersten Einstellung zu Problemen beim Trennen der Kupplung im warmen Zustand gekommen ist. Zu allem Überfluss hat der Hebel noch eine Teflonbuchse in der Lenkerbefestigung, damit sich der Hebel auch beim Sturz verdrehen kann. Außerdem ist die Hebelachse verschleißarm mit einer Bronzebuche ausgestattet. So, nach diesen Arbeiten geht die Kupplung schon um einiges leichter. Für noch mehr Leichtgängigkeit ist der 3. Schritt gedacht.

3. Schritt: Dieser Schritt ist nur für erfahrene Schrauber gedacht, da in diesem Fall der gesamte Betätigungsmechanismus der Kupplung im Motor zerlegt werden muss.

Es wird der Ausrückmechanismus im Inneren des Motor optimiert, wobei man 2 Fliegen mit einer Klappe schlägt. Zum ersten wird die Kraft zur Betätigung der Kupplung geringer, zum zweiten wird auch der Schleifpunkt genauer und das ist optimal zum Bewältigen von schwierigen Passagen beim Enduro.

Doch nun zum Umbau. Als zusätzliches Werkzeug zum normalen wird ein Dremel oder eine andere geeignete Schleifmaschine benötigt. Bevor jedoch die Schraubarbeiten beginnen, sollte man sich auf jeden Fall eine neue Kupplungsdeckeldichtung beim Yamaha-Dealer versorgen. Das Ölablassen kann man umgehen, in dem man das Bike auf die linke Seite legt. Besser ist aber das Öl abzulassen. Als Erstes demontiert man den Fußbremshebel, um ohne Probleme an die Schrauben vom Kupplungsdeckel zu kommen. Diesen entfernt man als Nächstes. Nun wird auf der linken Motorseite der Kupplungsbowdenzug aus dem Ausrückhebel ausgehangen und die Schraube von dem Sicherungsblech des Ausrückhebels rausgedreht.

Microfiche Kupplung

Dann geht es ans Eingemachte. Die Schrauben von der Druckplatte werden vorsichtig über Kreuz gelöst, damit sich nichts verziehen kann. Danach nimmt man die Druckplatte ab. Nun kann man die erste kurze Druckstange mit den Lager entfernen und sieht im Inneren der Kupplung die große lange Druckstange. Diese wird nun rausgezogen. Anschließend kann auch der Ausrückhebel auf der linken Seite entfernt werden. Vorher ist das nicht möglich !! Da nun alle Teile zum Bearbeiten ausgebaut sind, erlaube ich mir hier eine kleine Beschreibung der Funktion der Kupplungsbetätigung. Die Druckstange liegt im eingebauten Zustand unter starkem Druck an der geraden Seite des Ausrückhebels an. Wenn dieser über den Bowdenzug betätigt wird, so erfolgt beim Drehen eine Änderung des Durchmessers, da der gerade Teil näher an der Achse liegt und beim Übergang auf den äußeren Umfang der Achse eine Wegänderung über die Druckstange an die Druckplatte weitergegeben wird. Damit wird die Kupplung ausgerückt und der Kraftschluss Motor –> Getriebe getrennt.

Kante abrunden

Bei dem Ausrückhebel sieht man eine gerade geschliffene Stelle an der sonst runden Achse. Die Übergangskante vom geraden Teil auf den äußeren Umfang des Hebels ist sehr scharf. Diese wird nun mit dem Dremel leicht gerundet. Das ist nur an der im eingebauten Zustand des Hebels nach hinten zeigenden Kante notwendig. Die vordere Kante in Fahrtrichtung hat beim Betätigen der Kupplung keine Funktion.

Nach dem das getan ist, wird sich nun der Druckstange zugewandt. Diese hat am Ende einen relativ geraden Abschluss. Dieser Abschluss, der am Ausrückhebel anliegt, wird nun in eine leichte Kugelform gebracht, wobei sehr vorsichtig mit dem Dremel umgegangen werden sollte, da sich auf keinen Fall die Länge der Druckstange ändern darf !!! Sonst kann die Kupplung nicht mehr ordnungsgemäß ausgerückt werden.

Nun kann wieder alles in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut werden. Wer sich nicht sicher ist, der sollte ins Wartungshandbuch schauen. Dort ist der Zusammenbau genauestens beschrieben. Wichig auch hier, das alle beweglichen Teile vor dem Zusammenbau leicht mit Lithiumfett bestrichen werden. Auch sollte vor dem Zusammenbau der Kupplungskorb und die Lamellen auf eventuelle Verschleißerscheinungen untersucht werden.

Nachdem die Kupplung montiert ist und der Bowdenzug eingehangen ist, kann man schon einmal die Leichtigkeit testen. Danach noch den Kupplungsdeckel nebst neuer Dichtung montieren und die Schrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment über Kreuz anziehen. So, nun dürfte dem ersten Ausritt mit neuer leichtgängiger Kupplung nichts mehr im Wege stehen.